Spielzeit 2007 


Die Schule der Frauen

und

Die Schule der Männer

Komödie von Molière

in Bearbeitung und Übersetzung von Werner Müller

Zum Autor und zum Stück

Der Name Molière gilt zusammen mit Shakespeare als Synonym für das große Welttheater. Auch im 50-jährigen Spielplan der Schlosshofspiele werden beide Namen am meisten genannt. Molière schreibt einmal: „Ich räume ein, dass man edlere Orte als ein Theater besuchen kann. Vorausgesetzt aber, dass der Mensch Erheiterung braucht, behaupte ich: Ein unschuldigeres Vergnügen als Theater kann man nicht finden.“ Der Inhalt der beiden Komödien ist schnell erzählt. Beide Male geht es um die „Erziehung“ des anderen Geschlechts.

In der „Schule der Frauen“ möchte Arnolph sein Mündel mit dem schönen Namen Agnes heiraten. Zu diesem Zweck hat er das Mädchen isoliert von der Welt und ihren Verlockungen erzogen, da er der Meinung ist, dass nur eine dumme, ihrem Mann gehorsame Frau eine treue Ehefrau sein kann. Natürlich wird Arnolph im Laufe der Komödie belehrt, dass die Wunschvorstellungen der Männer nicht immer mit denen der Frauen übereinstimmen.

In der „Schule der Männer“ haben wir es mit zwei Schwestern zu tun, die als Mündel von zwei sehr unterschiedlichen Brüdern aufgezogen werden. Auch hier meint der eine, dass bei Frauen nur Strenge angebracht ist, während der andere seinem Mündel alle Freiheiten lässt und dafür reichlich belohnt wird. Beide Komödien mit Szenen aus dem turbulenten Leben Molières verbunden, die ein Spiegelbild seiner Komödien sind – oder umgekehrt.

Unsere Jubiläumsaufführung soll ein Fest für Augen und Ohren werden, wobei das Schmunzeln und Lachen nicht zu kurz kommen soll, auch wenn wir am Schluss der Komödien augenzwinkernd mit Molière dem Publikum zurufen:

„Und wollt ihr Frauen in der Eh‘ viel Licht und wenig Schatten Schickt sie in unsere Schule, eure bösen Ehegatten!“

Die Personen

und ihre Darsteller

Die Truppe des Königs im Palais Royal

Monsieur Jean-Baptiste Poquelin,

genannt Molière ................................... Frank Harzbecker

Mademoiselle Madeleine Béjart ...... Docky Schattner

Mademoiselle Armande Béjart,

nunmehr Mademoiselle Molière ................ Esther Schattner

Mademoiselle Du Parc ................... Annelore Weigand

Monsieur Du Parc,

genannt Gros-René ............................... Richard Schattner

Monsieur Joseph Béjart .......................... Peter Schierz

Monsieur Louis Béjart ................... Thomas Schattner

Monsieur Dufresne,

ehemals Capocomico seiner Truppe .................. Hans Müller

Mademoiselle Anne Reynis ................ Beate Hammerl

Mademoiselle Debrie ......................... Jennifer Maurer

Monsieur Debrie ................................... Klaus Metzger

Monsieur Montfleury ..................... Ralph Edelhäußer

Monsieur Jodelet ............................. Georg Engelhardt

Monsieur L’ Estange ............................... Marcel Ulrich

Monsieur Hervee ........................................ Kurt Meyer

La Grange, Orateur .............................. Karl Schnitzlein

Mademoiselle Emilie ............................ Frauke Kupka

Der König und sein Hofstaat

Seine Majestät, Le Roi Louis IVX ........ Willy Weigand

Seine Eminenz, Kardinal Mazarin ...... Hans Gsänger

Baron La Feuillade de Tellier ............ Wolfgang Treitz

Marquis de Boileau ...................................... Hans Weiß

Marquise Lucile .................................. Ingrid Gsänger

Marquise Uranie ........................ Alexandra Lehmeyer

Marquise Climène .................................... Petra Hoefer

Marquise Elise ................................ Maria Hemmerich

Die Spieler der Commedia dell’arte-Truppe

Pantalone .............................................. Patrick Kroner

Colombina ................................................. Pamela Lieb

Arlecchino ......................................... Johannes Tröger

Carla, Inamorata ........................................... Julia Wilke

Lelio, Inamorato ......................................... Stefan Kessler

Die Musiker

1. Tenor ...................................... Reinhard Wiersbitzki

2. Tenor ................................................... Günther Fink

Bariton ............................................. Peter Schwendner

Baß .................................................... Reinhold Marino

Regie Werner Müller

Regieassistenz Catrin Niepelt

Sabine Danninger

Maske Inge Meisinger

Kostüme Docky Schattner

Karin Winterhager

Bühnenmeister Willy Weigand

Souffleuse Catrin Niepelt

Sabine Danninger

Technik Dieter Pelzer

Michael Erhard

Florian Meyer

Musikalische Leitung und Arrangement Günther Fink

 

Der Schlosshofspieler-Brunnen

 

Dank unserer ausverkauften Vorstellungen konnten wir ein hübsches Sümmchen auf die hohe Kante legen, obwohl wir immer moderate Eintrittspreise erhoben und unsere technische Ausstattung immer umfangreicher und kostspieliger wurde. Um die sich so gebildeten Rücklagen aufzulösen, wurde vor über fünf Jahren die Idee geboren, in unserem Jubiläumsjahr ein Projekt in Angriff zu nehmen, dass zum einen den Dank an unser treues Publikum und an die Stadt als unsere Hausherrin im Schloss zum Ausdruck bringen, zum anderen aber uns selbst in unserer Heimatstadt ein wenig verewigen sollte. Was bot sich da besser an als einen Brunnen zu stiften?

Der Gedanke wurde von Hans Weiß in einer Mitgliederversammlung im Jahre 2003 vorgetragen und diskutiert. Es wurde beschlossen, das „Projekt Brunnen“ zu verwirklichen. Wir beauftragten den Rother Künstler Hans Karl Kandel einen Vorschlag zu unterbreiten, der dann in der Hauptversammlung 2004 in der Form eines Modells den Mitgliedern vorgestellt und begeistert aufgenommen wurde. Inmitten eines runden Brunnenbeckens soll eine Brunnensäule aus behauenem Juramarmor stehen auf der wiederum eine Schale mit vier Bronzefiguren aus der „Commedia dell’arte“ platziert ist. Inzwischen hatten auch einige Begehungen u.a. mit dem Stadtbaumeister in der Innenstadt stattgefunden, um einen geeigneten Standort zu finden, der möglichst in der Nähe unserer Spielstätte Schloss Ratibor und nicht gerade allzu versteckt sein sollte. Im Frühjahr 2005 stellten wir das Projekt dem Bauausschuss des Stadtrats mit der Bitte um Genehmigung vor. Der Bauausschuss sprach sich für einen Standort am Kirchplatz gegenüber dem Rathauseingang aus. Dieser Platz befindet sich allerdings im Eigentum der evangelischen Kirchengemeinde. Folglich wurde auch ein entsprechender Antrag an den Kirchenvorstand gestellt, dem letztendlich im Juli 2005 entsprochen wurde. In Gesprächen mit dem Ingenieurbüro Weber + Korpowski stellte sich dann heraus, dass die technische und bauliche Realisierung aber weitaus aufwändiger ist, als wir uns das vorgestellt hatten. Durch bereitwillige Unterstützung konnte aber auch dieses Problem gelöst werden. Wir sind deshalb bester Hoffnung, dass wir im Sommer 2007 unseren „Schlosshofspieler-Brunnen“ einweihen und der Stadt und ihrer Bürgerschaft als Geschenk übergeben können. Vielleicht wird sich beim vorübergehenden Betrachten der eine oder andere an eine der vergangenen Aufführungen erinnern, ein wenig erheitert und lächelnd eine Weile stehen bleiben und sich an dem Brunnen erfreuen.

Dann wäre der Zweck unseres Unternehmens vollund ganz erfüllt.