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Spielzeit 2008 |
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Das Spiel von Liebe und Zufall
Kommödie von Pierre carlet de chamblain de Marivaux![]()
in Bearbeitung und Übersetzung von Werner Müller
Zum Stück
Silvia soll von ihrem Vater Orgon an Dorante verheiratet werden. Von vornherein der Ehe gegenüber skeptisch eingestellt, bittet Silvia ihren Vater, Dorante zuvor unerkannt prüfen zu dürfen. Zu diesem Zweck will sie die Rolle mit ihrer Zofe Lisette tauschen. Amüsiert gewährt Orgon ihr diese Gunst, weiß er doch, dass Dorante zufällig auf die gleiche Idee verfallen ist und die Identität mit der seines Dieners Bourgon vertauscht hat. So entfaltet sich ein turbulentes Verwechslungsspiel, das von Silvias Bruder Mario – von seinem Vater in die ganze Sache eingeweiht – noch kräftig geschürt wird.
Die beiden Bediensteten in den Kleider ihrer Herrschaft sind einander sofort zugetan, es schmerzt sie nur ein wenig, schließlich doch eingestehen zu müssen, dass sie nur Dienstboten sind. Silva und Dorante verlieben sich ebenfalls augenblicklich ineinander, doch steht der angenommene Standesunterschied ihrer Liebe quälend im Wege. Als Dorante endlich gesteht, wer er wirklich ist, um Bourgon von einer Heirat mit der vermeintlichen Herrin des Hauses abzuhalten, gibt Silvia ihr Geheimnis nicht sofort preis. Sie will, dass Dorante bereit ist, sie auch als Zofe zu heiraten. Er ist es von ganzem Herzen - und so ist der glückliche Ausgang des Spiels gesichert.
Die Personen
und ihre DarstellerMonsieur Dubois Willy Weigand
Madame Dubois Anne Weigand
Silvia, deren Tochter Esther Schattner
Mirio, Silvias Bruder Klaus Metzger
Lisette, Zofe Silvias Beate Hammerl
Collette, Dienerin Julia Wilke
Armande, Verlobte Marios Johanna Kammerer
Monsieur Sorbin Peter Schierz
Madame Sorbin Alexandra Lehmeyer
Dorante, deren Sohn Frank Harzbecker
Bourgon, Diener Dorantes Thomas Schattner
Fürst Persineus Wolfgang Treitz
Hermiane Maria Hemmerich
Mesrou, Erzieher Georg Engelhardt
Carise, Erzieherin Manuela Grasl
Egle Pamela Lieb
Azor Stefan Kessler
Adine Frauke Kupka
Mesrin Johannes Tröger
Dina Jenny Maurer
Meslis Patrick Kroner
Mariveaux Karl Schnitzlein
Die Kinder: Max Schnitzlein, Julia Metzger, Sebastian Metzger, Ronja Treitz
Musiker:
Tenor Reinhard Wiersbitzki
Tenor Rainer Horner
Tenor Günther Fink
Bariton Dieter Hättig
Baß Reinhold Marino
Regie Werner Müller
Regieassistenz Catrin Niepelt
Sabine Danninger
Maske Inge Meisinger
Kostüme Docky Schattner
Karin Winterhager
Bühnenmeister Willy Weigand
Souffleuse Catrin Niepelt
Sabine Danninger
Technik Dieter Pelzer
Michael Erhard
Florian Meyer
Musikalische Leitung und Arrangement Günther Fink
Zum Autor (Quelle: Wikipedia.de)
Pierre Carlet de Marivaux, auch Pierre de Chamblain de Marivaux (* 4. Februar 1688 in Paris; † 12. Februar 1763 ebenda) war ein französischer Schriftsteller.
Dieser hauptsächlich als Romancier und Dramatiker bekannte Autor ist einer der bedeutendsten französischen Literaten der 1720er bis 40er Jahre, d.h. der Periode der Frühaufklärung (Rokoko).
Die Herkunft des von ihm wohl erst ab 1716 verwendeten Namens 'de Marivaux' ist dunkel; der in Literaturgeschichten oder Lexika ebenfalls zu findende Name 'de Chamblain' war eigentlich der seines älteren Cousins, des Architekten J.-B. Bullet de Chamblain, und wurde von Marivaux (wie er in der Literaturgeschichte heißt) allenfalls gelegentlich benutzt.
Er wurde geboren in Paris als Sohn des nichtadeligen mittleren Beamten Nicolas Carlet, der wenig später Münzdirektor in Riom wurde, der damaligen Hauptstadt der Auvergne. Seine Mutter Marie Anne war Schwester des erfolgreichen Pariser Architekten Pierre Bullet und blieb zunächst auch mit den Kindern in Paris. Die Jugendjahre ab 12 verlebte er dann doch in Riom, wo er sein erstes Stück und einen ersten Roman verfasste.
Mit 22 kam er samt diesem Roman im Gepäck zurück nach Paris und schrieb sich für das Jurastudium ein. Offenbar aber hatte er in dem Zensor seines Romans, dem bedeutenden Frühaufklärer Fontenelle, zugleich einen Protektor gefunden, der ihn in Pariser Salons einführte. So dilettierte er, statt zu studieren, und verfasste z. B. einen Télémaque travesti, eine Parodie von Fénelons vielgelesenem Bildungsroman Les aventures de Télémaque (1699).
Zunächst offenbar nicht unvermögend, investierte er nach 1718 sein eigenes Geld sowie das seiner 1717 geheirateten Frau in Aktien der Compagnie de l'Occident, eine Bank- und Handelsgesellschaft, die in der Aufbruchstimmung während der Regentschaft (1715-1723) Herzog Philipps von Orléans von dem schottischen Bankier John Law 1718 nach dem Vorbild der großen niederländischen und englischen Übersee-Handelsgesellschaften gegründet worden war.
Als 1720 die spekulativ überbewerteten Aktien der Compagnie in den Keller gingen und das "Lawsche System" zusammenbrach, waren auch Marivaux, seine Frau und seine 1718 geborene Tochter über Nacht arme Leute. Er machte nun offenbar noch sein Jura-Examen, begann dann aber doch keine Anwaltskarriere, sondern schrieb fleißig Theaterstücke, mit denen er relativ rasch Erfolg hatte.
Marivaux' Spezialität ist die Situation des unvermerkten und ungewollten Sich-Verliebens zweier Partner, und zwar insbesondere solcher, die zunächst durch große Standesunterschiede getrennt zu sein scheinen, sich dann gottlob jedoch als sozial gleichrangig und damit als passend erweisen (z.B. La Surprise de l'amour, 1722; La double inconstance, 1723; Le Prince travesti, 1723; Le Jeu de l'amour et du hasard, 1730, La Dispute, 1733). Daneben behandelt er genuin aufklärerische Themen, so z.B. in L'Ile des esclaves (1725), wo er zeigt, wie zufällig und ungerecht in der Kastengesellschaft der Zeit die Diener- und die Herrenrollen verteilt sind; oder in L'Ile de la Raison, wo er sehr vernünftige "Wilde" mit sich als sehr unvernünftig und vorurteilsvoll erweisenden Europäern konfrontiert.
1727 (inzwischen war er Witwer) begann Marivaux den Roman La Vie de Marianne, in dem ein Findelkind nur aufgrund seiner Qualitäten, nämlich Schönheit, Geist, Gefühl und Tugend, von einem Adeligen geheiratet werden und so in den Adel aufsteigen sollte. Allerdings war der Autor noch lange nicht bis dahin gelangt, als er 1741 nach vielen hundert Seiten aufgab und abbrach, vermutlich weil er das Utopische seines Vorhabens erkannte (und vielleicht auch, weil ihm gerade klar wurde, dass er seine eigene Tochter in Ermangelung einer ordentlichen Mitgift wohl nur Nonne werden lassen konnte, was 1745 auch geschah). 1735 schrieb er an dem Roman Le Paysan parvenu, der die Geschichte vom Aufstieg eines jungen Dörflers bis zum reichen Bankier erzählen sollte, aber ebenfalls auf halber Strecke stecken blieb.
Neben Theaterstücken und Romanen verfasste Marivaux immer wieder auch zeitschriftenartige Feuilletonserien nach dem Vorbild des 1711 von Joseph Addison in London gegründeten Spectator. Dies waren: Lettres sur les habitants de Paris (1717/18), Le Spectateur français (1721-24), L'Indigent philosophe (1726) und Le Cabinet du philosophe (1734).
1742 wurde Marivaux Mitglied der Académie française und kurz darauf ihr Secrétaire perpétuel. Dieses Amt bildete bis hin zu seinem Tod seinen Lebensinhalt, zumal Dienstwohnung, adelsähnliche Privilegien und erfreuliche Prestigemöglichkeiten damit verbunden waren.
Die besondere Leistung des Theaterautors Marivaux war die Übertragung der spielerisch-eleganten Sprache der Pariser Salons seiner Zeit in seine Stücke, die entsprechend auch nicht in Versen, sondern in Prosa verfasst sind. Nachdem diese Sprache sich spätestens mit der Revolution von 1789 überlebt hatte, erschien Marivaux' Stil schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts und schon gar den Romantikern nur noch als manieriertes „marivaudage“. Ende des 19. Jahrhunderts jedoch wurde diese negative Sicht revidiert, und Le Jeu de l'amour et du hasard zählt seitdem wieder zu den meistgespielten französischen Komödien. Auch die Romane La Vie de Marianne und Le Paysan parvenu gelten, obwohl sie beide unvollendet geblieben sind, als zwei der besten und lesenswertesten französischen erzählenden Werke des 18. Jh.