Schloßhofaufführung 2003
Und hier ein Auszug aus einer wichtigen Textpassage...
Guten Tag, ich bin Frau Dr. Mahlzahn vom Volksverein für ethische Gesundheit, Buchautorin, Anstandsdame und Gouvernante in den besten Kreisen unserer Gesellschaft.
Ich zitiere aus meinem Büchlein für Frauen und Mütter, dem ich den Titel gegeben habe: „Das häusliche Glück“
Nach den vielen schlimmen Dingen die wir im ersten Akt gesehen haben, Misstrauen, Eifersucht, Eitelkeit und der Drang die eheliche Gemeinschaft zu strapazieren, möchte ich mich kurz an die Frauen wenden. Denn schließlich sind wir Frauen die Bewahrerrinnen der Ehrlichkeit, der Treue und der Herzensoffenheit und leisten damit einen wesentlichen Bestandteil zur Erhaltung unserer Gesellschaft.
Ich zitiere:
Dem Manne in aufrichtiger Liebe zu dienen ist die höchste Aufgabe einer Frau. Nun meinst du vielleicht, dass dein Mann jetzt nicht mehr so liebevoll gegen dich sei wie früher? Frage dich zuerst, ob die Schuld nicht bei dir liegt. Gewiss am Anfang eurer Ehe trug dich dein Mann auf den Händen, erfüllte dir alle Wünsche und lobte alles was du tatest.
Ja! Das schmeichelt dir... Aber hast du dich ebenso liebevoll gegen ihn benommen? Oft liegt die erste Nachlässigkeit in der Ehe bei den Frauen!!
Oh, ihr Frauen bleibt anspruchslos und bescheiden. Belästigt eure Männer nicht mit Klagen und verlangt nicht Lob für Selbstverständlichkeiten.
Hütet euch ihr Frauen vor allem über die Fehler eures Mannes zu sprechen. Auch deiner vertrautesten Freundin darfst du sie nicht verraten. Auch schlimme Fehler deines Mannes musst du mit Geduld und Sanftmut ertragen. Er ist dein Mann!!
Bleibt er. B. länger aus, als dir lieb ist, dann zähme deine Ungeduld und empfange ihn freundlich, wenn er kommt.
Was gibt es da zu lachen?
Der Mann erträgt keinen Argwohn!! Merkt euch das, Ihr Frauen! Argwohn verletzt seine Liebe zu seiner Frau! Deshalb gibt er sich auch selten Mühe den falschen Argwohn zu zerstreuen. Er hält es unter seiner Würden, sich vor seiner undankbar argwohnenden Frau zu rechtfertigen, die er stets so innig geliebt und die jetzt ohne Grund so schlecht von ihm denkt.
Es ist schön das selbst junge Frauen, die noch an der Schwelle des Lebens stehen, mir recht geben.
Noch ein Wort zur Herrschsucht und zur Rechthaberei:
Der Mann ist das Haupt und muss als Herr im Hause von seiner Frau geachtet werden. Immer das letzte Wort haben wollen, ist ein hässlicher Charakterzug bei jeder Frau. Es zeugt von Eigensinn und Trotz.
Vermeide sogar den Schein von Herrschsucht. Auf diese Weise kommst du schneller zum Ziel und erlangst Einfluss auf deinen Mann.
Das ist gut so!
Aber ihr Frauen müsst unbeugsam sein, wenn es sich um etwas sittlich Böses handelt.
Werden z.B. in der Gegenwart einer Frau unpassende und leichtfertige Reden geführt, so muss man energisch dagegen auftreten und sich solche Reden in allem Ernst verbitten.
Das wäre nichts für eure Ohren. Ich kenne solche auch nicht.
Ich rate allen ehrbaren Frauen bei dem nun folgenden schändlichen Spiel nicht zuzusehen. Hütet euch vor der Verderblichkeit, denn sie zieht alle Laster nach sich.
....Ich glaube ich bin hier überflüssig.